Nach vertrockneten Träumen führe ich meine Füße zum Fenster. Auf der Straße köchelt die frühe Arbeit, am Himmel neigt sich der Mond. In freien Schritten gehe ich durch die Tür, über die Treppe hinunter in den Tag, die Ruhe hinter mir.
Am Gehsteig bleibe ich stehen und die Leute gehen mir um die Ohren. Ich nippe die morgendliche Sonne zum heißen Kaffee der Seele. Das Blut rinnt schnell von Kopf bis Fuß. Ein Mensch blickt mir durch die Glasfront vertagt entgegen, ich sehe sein Spiel hinter der Stirn. Völlig verkopft, denke ich mir, vollkommen außer sich, die Leute.
Ich habe ein Ziel bei mir und bin dem Tag treu.
Ich bewege meinen gespannten Körper durch die verlorenen Straßen der Stadt und treibe in eine grünliche Wohltat, die sich fett und üppig zwischen die kahlen Wände wütender Häuser legt. Ich schlendere durch’s Gehölz, leichter Wind im Geäst, die Blätter strecken sich zur Sonne. Ich verfolge meine Mitte.
Bist Du schon lange hier, frag ich.
F.f.
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Autor: Martin Konrad Zopf
[mkz]