Herbst

Traumwach im Goldgrün

des Abends, sonnenflach.

Zitterndes Spinnengeflecht

im hauchzarten Schleier.

Ein bräunlich knisternd später Heugeruch:

gepaart im glücklichen Mückentanz.

Oh Wonne, fett und lebenstrunken!

Vergehst jugendlichen Gemüts

Du: nimmersatt.

Kraftverzehrt, das hohe Gestirn

geneigt zur feuchten Dämmerung der Erde.

Grau zieht still

aus schaurig tiefer Nacht

ein ewiges Lied im dunklen Grunde.

Vergehen, immerfort.

Im Herbst:

Zur Wiederkehr.

Autor: Martin Konrad Zopf

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[mkz]

Veröffentlicht von mkzopf

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